Sollte man ein Dieselfahrzeug kaufen?

Umweltverschmutzung, krebserregende Partikel, Volkswagen-Skandal, etc.

Wer ein neues Auto kaufen will steht vor der großen Frage: Diesel oder Benziner. Dabei sollten die Vor- und Nachteile genau abgewogen werden, um am Ende nicht mehr zu bezahlen, als geplant.

37136973_m

Dieselfahrzeuge sind zwar teurer in der Anschaffung, lohnen sich aber vor allem für Vielfahrer wie Pendler, Außendienstmitarbeiter und Fernfahrer, die häufig lange Strecken auf Autobahnen und Landstraßen zurücklegen. Rußpartikelfilter für Dieselfahrzeuge sind rechtlich vorgeschrieben – diese sind ein zusätzlicher Kostenfaktor, der bei der Anschaffung eines Diesel-Autos berücksichtigt werden muss.

Bei der Verbrennung des Diesels entstehen Rußpartikel, die Schwermetalle und andere Giftstoffe enthalten. Die Feinstaubpartikel werden mit dem Rußpartikelfilter aus den Motorabgasen gefiltert, um die vorgeschriebenen Emissionsgrenzen einzuhalten. Der Filter hat eine wabenartige Keramikstruktur, die von innen mit Edelmetallen, unter Anderem Platin beschichtet ist. Wird Ruß durch den Filter geleitet, wird dieser über die Motorsteuerung verbrannt. Die dabei entstehende Asche bleibt jedoch zurück und setzt auf lange Sicht dem Filter zu und er muss ausgetauscht werden. Achten Sie darauf, dass der neue Filter qualitativ hochwertig ist, damit keine Probleme im Anschluss daran entstehen.
Interessant ist, dass Dieselautos ein europäisches Phänomen sind, denn nirgendwo auf der Welt sind sie so verbreitet wie hier. In den USA liegt der Anteil unter drei Prozent und auch in China sind mit Diesel betriebene Pkws eher die Ausnahme. Bedenkt man, dass spritsparende Kleinwagen oder alternative Antriebe, wie z.B. Hybrid-Motoren, die den Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor kombinieren, auf den Markt kommen, dann hat der Dieselmotor möglicherweise seinen Zenit bereits überschritten.

Krebserregende Partikel

Dieselabgase sind nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesundheitsgefährdender als bisher angenommen. Die WHO stufte die Abgase nicht mehr nur als potenziell krebserregend ein, sondern sieht einen eindeutigen Zusammenhang mit der Krankheit, wenn die Abgase eingeatmet werden. Damit werden Dieselabgase auf eine Stufe mit Asbest, Arsen und Senfgas gestellt. Experten haben Belege dafür, dass die Abgase eine Ursache von Lungenkrebs sind und auch mit Blasenkrebs in Verbindung gebracht werden. Benzin-Abgase werden von der WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Neben dem Rußpartikelfilter für Dieselfahrzeuge sind weitere Maßnahmen nötig, um die strengen Abgasnormen in Europa einzuhalten. Dazu gehören beispielsweise Zusatzsysteme, die Harnstoff in die Abgase spritzen, um den Ausstoß von Stickoxiden zu verringern. Diese wiederum erhöhen die Herstellungskosten für Dieselfahrzeuge. All diese Maßnahmen zur Abgasreinigung sind nicht nur teurer, sondern verbrauchen auch mehr Kraftstoff, was zu einem Verbrauchsnachteil von drei bis acht Prozent führen kann.

45997737_m

Volkswagen Abgas-Skandal

Im September 2015 gab die Volkswagen AG zu, dass sie eine verbotene Abschalteinrichtung in Diesel-Fahrzeugen eingesetzt hatte, um die vorgeschriebenen US-amerikanischen Abgaswerte zu erfüllen.

Bereits 2014 hatten verschiedene Medien die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die auf die großen Differenzen beim Stickoxidausstoß von Dieselfahrzeugen der VW-Gruppe während der Abgasmessungen hinwies. Demnach erfüllten die Fahrzeuge die Vorgaben für Abgaswerte in den USA unter den Testbedingungen auf einem Prüfstand. Die Stickoxidwerte, die mit einem transportablen Mess-System unter realen Fahrbedingungen ermittelt wurden, lagen jedoch wesentlich höher – beim VW Jetta VI generell 15- bis 35-fach höher und beim VW Passat um das 5- bis 20-fache über dem Grenzwert in den USA.

Weltweit sind etwa 11 Millionen Fahrzeuge der Autohersteller Volkwagen, Audi, Seat und Skoda betroffen.

Über den Autor