Auto selbst reparieren – einfach oder unmöglich?

Wer sein Auto selbst reparieren möchte, muss heutzutage weniger ein versierter Mechaniker sein, viel wichtiger sind Kenntnisse in der Elektronik und Computertechnologie. Schon alleine der Wechsel einer Birne für das Stand- oder Abblendlicht kann bei Fahrzeugen der aktuellen Generation auch Hobbybastler schnell überfordern.

Autowerkstatt

Vor allem dann, wenn man sich an die Anweisungen im Handbuch hält, denn dort stehen bei vielen Autoherstellern Sätze wie „Zum Austausch der Standlichtbirne sollten Sie eine Fachwerkstatt aufsuchen.“ So muss zum Beispiel bei einem kompakten Kleinwagen der Mittelklasse eines namhaften deutschen Automobilherstellers die Frontstoßstange demontiert und die Scheinwerfereinheit ausgebaut werden, um die Standlichtbirne zu wechseln. Materialkosten für den Austausch etwa zwei Euro, Kosten für die Arbeitszeit etwa 125 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Muss das denn sein? Nein, nicht zwingend, wer ein wenig im Internet recherchiert und keine zwei linken Hände hat, kann den Wechsel auch selber schaffen, ohne die zeitraubenden und aufwändigen Aus- und Einbaumaßnahmen.

Selber schrauben in der Mietwerkstatt

Bei größeren Reparaturen an Eurem Fahrzeug benötigt Ihr neben handwerklichem Geschick vor allem das passende Werkzeug. Wenn Ihr Euch nicht jedes Werkzeug von der Werkstatt nebenan ausleihen oder im Fachhandel für teures Geld kaufen möchtet, dann informiert Euch doch mal nach der nächsten Mietwerkstatt in Eurer Nähe. In vielen „Do-it-Yourself“-Werkstätten könnt Ihr Euch eine Hebebühne mieten und bei Bedarf das benötigte Werkzeug oder einen Mechaniker mit dazu. So könnt Ihr Euer Auto unter fachmännischer Betreuung selbst reparieren und dabei ein paar Euro sparen.

Autoreparatur

Was Ihr auf jeden Fall noch selber machen könnt, ist ein Reifenwechsel. Das dafür benötigte Werkzeug, wie einen Wagenheber und Radmutterschlüssel befindet sich in nahezu jedem Fahrzeug. Für ein paar Euro gibt es im Baumarkt schon einen werkstatttauglichen Wagenheber und einen Drehmomentschlüssel. Damit wird der Reifenwechsel noch komfortabler und in weniger als einer Stunde könnt Ihr alle vier Reifen am Wagen wechseln. Die Kosten für den Reifenwechsel und die lästigen Terminabsprachen und Wartezeiten in der Werkstatt bleiben Euch somit erspart.

Je älter, desto besser

Ganz anders sieht die Sache bei älteren Fahrzeugen aus. Bei Autos aus den 80er/90er Jahren überwiegen noch die mechanischen Bauteile. Bordcomputer und elektronische Fahrsysteme waren damals nur in Fahrzeugen der Oberklasse verbaut. Beim Öffnen der Motorhaube kann man sofort an den Motor und alle dazugehörigen Komponenten gelangen ohne zuvor Kunststoffabdeckungen und Blenden entfernen zu müssen. Das macht es wesentlich einfach, das Fahrzeug selbst zu reparieren.

Grundsätzlich gilt also: Je älter das Auto, desto mehr könnt Ihr selbst reparieren. Wer nur wenig Erfahrung in der KFZ-Mechanik hat, sollte sich aber anfänglich vom Fachmann helfen lassen. Dann gelingt auch der Wechsel der Bremsbeläge oder des Ölfilters problemlos. Was jeder Autofahrer auf jeden Fall regelmäßig und vor längeren Fahrten überprüfen sollte, ist der Reifendruck, der Öl- und der Kühlmittelstand.

Reparatur Motor

Über den Autor


Ich komme ursprünglich aus Niedersachsen, bin 28 Jahre alt und seit drei Jahren bei Mister Auto. Seit 2011 verantworte ich hier den Bereich Online-Kommunikation. Angefangen habe ich in der Kundenbetreuung, wo ich viel gelernt habe über den Handel mit Autoteilen und Zubehör sowie über Tuning. Mich fasziniert an dieser Welt die Fokussierung und Kreativität, mit der sowohl erfahrene Bastler als auch Gelegenheits-Mechaniker ihre Projekte umsetzen.