Der Stoßdämpfer

Stoßdämpfer

Eines der wichtigsten Bauteile bei Fahrwerken eines PKWs ist der Stoßdämpfer. Viele denken irrtümlich, dass die Hauptaufgabe des Stoßdämpfers darin besteht, die Schläge und Stöße zu absorbieren, die durch Unebenheiten in der Straße aufs Auto übertragen werden. Dafür sind jedoch die Federbeine zuständig. Der Stoßdämpfer soll die Schwingungen des Autos abfedern. Würde ein Wagen ohne Stoßdämpfer auf unebener Straße fahren, dann würde sich die Fahrt anfühlen wie eine Schifffahrt.

Funktionsweise

Der Stoßdämpfer basiert auf den physikalischen Grundlagen der Hydraulik und besteht im Grunde aus einem Kolben, der sich in einem flüssigkeitsgefüllten Zylinder vertikal auf und ab bewegt. Durch die Bewegung wird das Öl in die sogenannten Ausgleichsrohre oder -volumen verdrängt. Der Widerstand, der dabei dem Öl entgegenwirkt, dämpft die Schwingungen des Fahrzeuges ab. Als Nebeneffekt der Dämpfungswirkung entsteht Wärme, Temperaturen von 100 bis 120 Grad sind dabei möglich. Die Hitze wird an die Umgebungsluft abgegeben und es bedarf normalerweise keiner zusätzlichen Kühlung.

 

Entwicklung der Stoßdämpfer

Bevor Autos mit hydraulischen Stoßdämpfern ausgerüstet wurden, verbaute man Reibungsdämpfer. Diese bestanden vereinfacht ausgedrückt aus mehreren kreisförmigen Federblättern, zwischen denen beim Einfedern Reibung entstand. Im Prinzip ist der Aufbau ähnlich wie bei einer Mehrscheibenkupplung, Stahlscheiben und Bremsscheiben liegen immer abwechselnd aufeinander. Die Vorrichtung wird von einem äußeren und einem inneren Zylinder zusammengehalten, von denen der äußere fest mit der Karosserie und der innere mit der Radaufhängung verbunden ist. Nachteile des Reibungsstoßdämpfers waren die hohen Instandhaltungs- und Reparaturkosten und gefährliches Aufschaukeln des Fahrzeuges bei nachlassender Dämpferwirkung. Reibungsdämpfer wurden bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts verbaut.

Rad mit Stoßdämpfer

Öl- und Gasdruckstoßdämpfer

Im Automobilbau werden heutzutage fast ausschließlich Gasdruckstoßdämpfer eingesetzt. Öldruckstoßdämpfer werden kaum noch verwendet, denn diese sind technisch gesehen die schlechtere Lösung. Der Grund: Im Öl im Inneren des Stoßdämpfers sind bis zu zehn Prozent Luft enthalten. Bei Belastung kann es durch Trennung der Öl- und der Luftmoleküle zur Schaumbildung kommen und damit zu einem spürbaren Verlust der Dämpferwirkung. Doch auch in einem Gasdruckstoßdämpfer ist Öl vorhanden, jedoch mit dem Unterschied, dass das Öl im Inneren des Zylinders unter Druck steht und gegen eine Gasschicht drückt. Bei Belastungen übernimmt das Öl nach wie vor die Dämpferwirkung, jedoch wird nur das Gas durch die Ventile in die Ausgleichsrohre gedrückt. So kann das Öl nicht aufschäumen und der Dämpfer behält seine Wirkung.

Intelligente Stoßdämpfer

Heute sind Stoßdämpfer weit mehr als hohlraumgefüllte Röhren mit Öl und Gas. Bei modernen Exemplaren, zum Beispiel von Sachs oder von Monroe, kann die Stärke der Dämpfung (die Dämpfungskennlinie) in Echtzeit reguliert werden. Dafür sind Sensoren und Steuermodule verantwortlich, die in Sekundenbruchteilen auf die jeweilige Fahrsituation reagieren und die Härte der Dämpfung einstellen können. Dadurch erhöht sich der Fahrkomfort. Noch entscheidender ist, dass sich auch die Sicherheit erhöht – durch kürzere Bremswege dank der besseren Bodenhaftung.

Habt Ihr Fragen, Tipps oder Tricks zu Stoßdämpfern? Ich freue mich auf Kommentare!

Über den Autor


Ich komme ursprünglich aus Niedersachsen, bin 28 Jahre alt und seit drei Jahren bei Mister Auto. Seit 2011 verantworte ich hier den Bereich Online-Kommunikation. Angefangen habe ich in der Kundenbetreuung, wo ich viel gelernt habe über den Handel mit Autoteilen und Zubehör sowie über Tuning. Mich fasziniert an dieser Welt die Fokussierung und Kreativität, mit der sowohl erfahrene Bastler als auch Gelegenheits-Mechaniker ihre Projekte umsetzen.